Lass doch das Video erklären – Videotutorials

TutorialComputer und Technik Klasse 5. Die Aufgabe lautet: Speichern von Dokumenten auf ein Netzlaufwerk. Golo und Christian sind nach wenigen Minuten fertig. Anna und Ferdinand sind immer noch mit ihrem Anmeldevorgang beschäftigt, Passwort vergessen. Der Klassenrest ist fleißig am Suchen, wo sich nun das Netzlaufwerk befinden könnte, keine Gefahr. Halt dich ran, sage ich mir. Es gilt nun, alle auf einen Stand zu bringen, damit der Unterricht beginnen kann. Also muss ich erstmal die Passwörter für Anna und Franz zurücksetzen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Die Unruhe im Bereich Golo nimmt zu, Christian ist leise, er beschäftigt sich eben mal mit den Steckverbindungen seines Bildschirms. Aus dem Augenwinkel sehe ich, Berit weint. Ich habe vergessen das Meldeverbot aus der letzten Stunde aufzuheben, ihr Bildschirm ist noch schwarz. Meine Nackenhaare alarmieren mich, dass etwas aus dem Ruder läuft.

Etwas überzeichnet vielleicht, aber vorstellbar. Die Technik hat manchmal ihr Eigenleben und der menschliche Fehler ist immer eine feste Größe. Wenn ich für jedes vergessene Passwort 5 Euro einsammeln würde, wäre ich ein reicher Mann. Kinder kommen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen aus aus der Grundschule. Sie sind zum Teil überfordert, weil sie noch nie einen Computer gesehen haben, andere fühlen sich unterfordert, weil sie sich als „Daueruser“ sehen.

Warum nicht für das schulische Intranet oder sogar das Internet eine „Lernplattform“ für die Klasse 5 erstellen, die es dem Anfänger ermöglicht, die notwendigen Kenntnisse zu erwerben, um zu den „Dauerusern“ aufzuschließen. Ihnen also mehr Zeit geben, die notwendigen Fertigkeiten zu erwerben. Gleichzeitig den Kindern mit Vorkenntnissen ein Lernangebot zur Verfügung stellen, das sie herausfordert. Langeweile ist der Motor für Unruhe.

Mein Wahl sind Videotutorials. Sie sind nicht ohne Grund sehr beliebt. Die Kinder sehen, was sie tun müssen, ohne über den Sinn einer Bediengsanleitung nachzugrübeln (Ethologie: Nachahmungslernen). Schriftliche Anleitung sind selbst mir ein Greul. Ich nutze ausschließlich  Videotutorials für die Lösung von Technikfragen, soweit im Internet vorhanden. Sie bieten eine schnell nachvollziehbare Hilfe. Warum dieses Mittel nicht im Unterricht einsetzen, um differenziert zu arbeiten.

Hier eine kleine Auswahl von Screencast-Videorekordern, die ich selbst zum Erstellen von Videotutorials verwendet habe und noch verwende.

CamStudio Rekorder

Der CamStudio Rekorder ist ein kostenfreies Tool, das in englischer Sprache daher kommt. Was mich vorerst nicht gestört hat, da es ja nichts kostet.  Auf meinen Rechner lief es etwas rucklig. Woran das liegt, weiß ich nicht, die Technik ist jedenfalls auf dem neusten Stand.  Poblematisch war für mich das Einrichten des richtigen Codecs. Das habe ich einfach ohne die Überschreitung eines zeitlichen Rahmen, der als vernüftig zu bezeichnen ist, für mich nicht hinbekommen. Damit war der CamStudio Rekorder für mich erst einmal erledigt. Nach diesem Herumprobieren habe ich mich dem kostenpflichtigen, aber deutschsprachigen Video-Capture SnagIT 11 zugewandt.

SnagIT

Der Rekorder lässt sich vielfältig einsetzen und ist ohne große Einarbeitung zubedienen. Über Videocodecs muss man sich keine Gedanken machen, das Video kann direkt auf Youtube hochgeladen werden. Die Software verfügt über ein Upload-Toll, das alles übernimmt. Was mir fehlt, ist die Mölichkeit, den Mauszeiger und die Mausklicks farblich zu hinterlegen, was bei dem CamStudio Rekorder kein Problem war (bessere Visualisierung des Mauszeigers). Sollte jemand eine Alternative haben, möge er sich bitte melden. Sonst bin ich mit SangIT eigentlich ganz zufrieden. Überzeugt hat mich die unkomplizierte Bedienung, die ein Zweitstudium nicht erforderlich macht.

scenncast-o-matic

Die Plattform screnncast-o-matic.com ist ein webbasiertes Tool. Obwohl die Seite englischsprachig ist, lässt sich die Anwendung ziemlich gut bedienten. Mit einigen Klicks kann man Videos vom Bilschirm erzeugen. Damit eignet es sich besonders, wenn man keine Software auf dem Rechner installieren möchte. Ich nutze es, um in der schulischen Netzwerkumgebung Abläufe aufzuzeichnen, die mir zu Hause nicht zugänglich sind. Echt hilfreich. Auch kann man Schüler selbst im Unterricht Tutorials erstellen lassen. Bei der Aufgabenstellen unbedingt darauf achten, dass es Stummfilme sind, sonst nimmt die Unruhe wieder zu.

Wer selber oder mit seinen Schülern ein Videotutorial erstellen möchte, für den könnte der folgende Beitrag interessant sein: Lernvideos auf YouTube – selbst erstellen?

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